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Wie viel verdient ein Elektriker in München? Gehälter und Chancen

Elektriker mit Schutzhelm steht mit verschränkten Armen vor einem geöffneten Verteilerschrank, Ratgeber von Rucker Elektro München

Wer wissen will, was ein Elektriker in München verdient, findet online meist grobe Spannen ohne Quelle. Dabei gibt es für das bayerische Elektrohandwerk einen Tarifvertrag mit klaren Zahlen. Wir haben sie zusammengetragen, ordnen ein, was in der Praxis dazukommt, und sagen offen, wo die Grenzen solcher Durchschnittswerte liegen.

Ein Hinweis vorweg: Wir sind ein Elektro-Meisterbetrieb aus München-Trudering und stellen selbst ein. Dieser Beitrag ist also nicht die Sicht eines neutralen Statistikportals, sondern die eines Betriebs, der weiß, was ein guter Geselle wert ist und was er kostet.

Der Tariflohn im bayerischen Elektrohandwerk

Die belastbarste Zahl ist das tarifliche Eck-Entgelt für das bayerische Elektrohandwerk. Es ist die Bezugsgröße, an der sich die einzelnen Entgeltgruppen orientieren.

Seit dem 1. April 2026 liegt das Eck-Entgelt bei 23,71 Euro pro Stunde. Zuvor waren es 23,13 Euro. Der Abschluss geht auf eine Einigung zwischen der Christlichen Gewerkschaft Metall und dem Landesinnungsverband für das Bayerische Elektrohandwerk zurück und läuft bis zum 31. März 2027. Zum 1. Januar 2026 kam über alle Entgeltgruppen hinweg eine Erhöhung von 2,9 Prozent hinzu.

Was das im Monat bedeutet, hängt an der vereinbarten Wochenarbeitszeit. Bei einer 38-Stunden-Woche entspricht der Ecklohn rechnerisch rund 3.900 Euro brutto, bei 40 Stunden entsprechend mehr. Wichtig dabei: Der Ecklohn ist eine Bezugsgröße, keine Zusage für die eigene Eingruppierung.

Für Berufseinsteiger relevant: Der Branchenmindestlohn im Elektrohandwerk liegt seit 1. Januar 2026 bei 14,93 Euro pro Stunde. Das ist die absolute Untergrenze und betrifft in der Praxis ungelernte Kräfte. Mit abgeschlossener Ausbildung steigen Sie deutlich darüber ein.

Warum die Spannen so weit auseinandergehen

Zwischen tariflichem Einstieg und dem, was ein erfahrener Geselle in München tatsächlich verdient, liegen oft mehrere hundert Euro im Monat. Das hat nachvollziehbare Gründe.

Tarifbindung. Nicht jeder Betrieb ist tarifgebunden. Manche zahlen darunter, viele in München darüber, weil sie sonst niemanden finden. Der Fachkräftemangel wirkt in der Landeshauptstadt stärker als im ländlichen Raum.

Qualifikation. Wer über die Grundinstallation hinaus etwas kann, KNX und Gebäudeautomation etwa, Lastmanagement oder Sicherheitsbeleuchtung, ist für einen Betrieb schlicht mehr wert. Das schlägt sich nieder.

Verantwortung. Wer Baustellen selbstständig führt, Material disponiert und beim Kunden auftritt, wird anders bezahlt als jemand, der zuarbeitet.

Betrieb und Segment. Industrie und große Anlagenbauer zahlen häufig mehr als kleine Handwerksbetriebe, verlangen dafür aber oft Montage, Schichtdienst oder weite Anfahrten. Ob sich das lohnt, muss jeder für sich rechnen.

Zulagen und Zuschläge. Weihnachts- und Urlaubsgeld, Überstundenzuschläge, vermögenswirksame Leistungen und betriebliche Altersvorsorge machen am Jahresende einen spürbaren Unterschied. Zwei Angebote mit identischem Grundgehalt können sich dadurch deutlich unterscheiden.

Was Sie beim Vergleich zweier Angebote wirklich prüfen sollten

Die Monatszahl allein sagt wenig. Das sind die Punkte, die im Arbeitsalltag den Unterschied machen:

  • Für wie viele Stunden gilt das Gehalt? Ein höherer Betrag bei 42 Stunden kann weniger wert sein als ein niedrigerer bei 38.
  • Werden Überstunden ausgeglichen oder stillschweigend vorausgesetzt? Das ist der häufigste versteckte Posten zu Lasten der Beschäftigten.
  • Zählt die Fahrtzeit zur Arbeitszeit? In München mit seinen Verkehrsverhältnissen ist das ein erheblicher Faktor.
  • Gibt es Montage? Wer abends zu Hause sein will, sollte das klären, bevor er unterschreibt.
  • Wer stellt Werkzeug und Fahrzeug, und in welchem Zustand?
  • Wie ist Weiterbildung geregelt? Übernimmt der Betrieb Herstellerschulungen oder den Meisterkurs, und in welchem Umfang?

Wege nach der Gesellenprüfung

Das Elektrohandwerk hat den Vorteil, dass die Aufstiegswege klar geregelt und finanziell nachvollziehbar sind.

Der Meisterbrief ist der klassische Weg. Er berechtigt zur Ausbildung, zur Betriebsleitung und zur selbstständigen Führung eines Betriebs. Die Vorbereitung dauert je nach Form ein bis zwei Jahre und lässt sich berufsbegleitend absolvieren. Viele Betriebe beteiligen sich an den Kosten, weil sie ein Interesse daran haben, dass jemand bleibt.

Der staatlich geprüfte Techniker ist die Alternative für alle, die eher in Richtung Planung und Projektierung wollen als in Richtung Betriebsführung.

Die Spezialisierung ist der dritte Weg und vermutlich der unterschätzte. Wer sich in Gebäudeautomation, Ladeinfrastruktur mit Lastmanagement, Sicherheitsbeleuchtung oder der Anbindung von Wärmepumpen wirklich auskennt, wird gebraucht. Diese Felder wachsen mit der Elektrifizierung von Wärme und Mobilität, und die Zahl der Fachkräfte, die sie sicher beherrschen, wächst langsamer als die Nachfrage.

Was wir dazu sagen können, und was nicht

Zahlen aus Gehaltsportalen sind Durchschnitte über sehr unterschiedliche Betriebe, Regionen und Qualifikationen. Zur groben Orientierung taugen sie, als Maßstab für ein konkretes Angebot nicht.

Was wir bei Rucker Elektro zahlen, hängt von Qualifikation und Erfahrung ab. Das besprechen wir offen im persönlichen Gespräch, statt hier eine Zahl hinzuschreiben, die auf den Einzelfall ohnehin nicht passt. Was wir dagegen benennen können, weil es für jeden gilt: geregelte Arbeitszeiten mit Ausgleich statt stiller Erwartung, Einsätze in München und im Landkreis ohne Montagewochen, modernes Werkzeug und Unterstützung bei der Weiterbildung bis hin zum Meisterkurs.

Unser Betrieb sitzt seit 1966 in München-Trudering. Der Geschäftsführer ist selbst Elektrotechnikermeister, die nächste Generation der Familie arbeitet auf denselben Baustellen mit. Wer sich bei uns bewirbt, hat keinen mehrstufigen Personalprozess vor sich, sondern ein Gespräch mit den Leuten, mit denen er danach zusammenarbeitet.

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Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Tariflohn für Elektriker in Bayern?

Das tarifliche Eck-Entgelt im bayerischen Elektrohandwerk liegt seit dem 1. April 2026 bei 23,71 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2026 wurden alle Entgeltgruppen um 2,9 Prozent angehoben, der Tarifabschluss läuft bis zum 31. März 2027. Der Ecklohn ist eine Bezugsgröße; die tatsächliche Eingruppierung richtet sich nach Qualifikation und Tätigkeit.

Was ist der Mindestlohn im Elektrohandwerk?

Der Branchenmindestlohn im Elektrohandwerk beträgt seit dem 1. Januar 2026 14,93 Euro pro Stunde. Er ist die Lohnuntergrenze und betrifft vor allem ungelernte Kräfte. Mit abgeschlossener Ausbildung liegt die Vergütung deutlich darüber.

Verdient man in München mehr als anderswo?

In der Regel ja, weil der Fachkräftemangel in Ballungsräumen stärker wirkt und viele Betriebe über Tarif zahlen müssen, um überhaupt Personal zu finden. Dem stehen allerdings die höheren Lebenshaltungskosten gegenüber, insbesondere bei der Miete. Ein höheres Bruttogehalt in München bedeutet also nicht automatisch, dass am Monatsende mehr übrig bleibt.

Lohnt sich der Meisterbrief finanziell?

Der Meisterbrief eröffnet Betriebsleitung, Ausbildungsberechtigung und den Weg in die Selbstständigkeit und wirkt sich entsprechend auf die Vergütung aus. Wie schnell er sich rechnet, hängt davon ab, ob der Betrieb sich an den Kosten beteiligt und ob die Qualifikation danach auch eingesetzt wird. Für alle, die ohnehin Verantwortung übernehmen wollen, ist er der logische nächste Schritt.

Welche Spezialisierungen sind besonders gefragt?

Gebäudeautomation und KNX, Ladeinfrastruktur mit Lastmanagement, Sicherheitsbeleuchtung und Brandschutztechnik sowie die elektrotechnische Anbindung von Wärmepumpen. Diese Bereiche wachsen mit der Elektrifizierung von Wärme und Mobilität, während die Zahl der Fachkräfte, die sie sicher beherrschen, langsamer zunimmt.

Was sollte in einem guten Arbeitsvertrag im Elektrohandwerk stehen?

Neben Gehalt und Wochenstunden vor allem: die Regelung zu Überstunden und deren Ausgleich, ob Fahrtzeit als Arbeitszeit zählt, ob und wie viel Montage anfällt, wer Werkzeug und Fahrzeug stellt und wie Weiterbildung gehandhabt wird. Diese Punkte entscheiden im Alltag oft mehr über die Zufriedenheit als der Bruttobetrag.

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